Mein nächstes grosses Ziel ist, die erste schwarze Frau im Schweizer Parlament zu sein.

Wissen Sie, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind grosszuziehen? Ich bin ein solches Kind. Ich bin das Produkt einer Gemeinschaft – einer Gemeinschaft von Frauen, die sich entschlossen haben, mich zusammen aufzuziehen.

Das ist einer der Gründe, warum ich mich so farbenfroh kleide. Ich repräsentiere damit die vielen Frauen, die dazu beigetragen haben, dass ich zu derjenigen wurde, die ich heute bin.

Ich kam in Zimbabwe zur Welt, da wurde ich von einer alleinerziehenden Mutter umsorgt – einer starken Frau, die ihrerseits von einer starken Gemeinschaft umgeben war.

Als Einzelkind versuchte meine Mutter mich vor unerfreulichen Dingen abzuschirmen. Dennoch erlebte und sah ich in jungem Alter bereits häusliche Gewalt. Ich verstand es nicht, aber ich wusste, es war falsch.

Ich wuchs mit Angst und Unsicherheit auf. Wenn sich zu Hause die Situation zuspitzte, nahm meine Mutter mich und brachte mich zu Freunden. Als ich auf diese Weise von einem Haus ins andere kam und verschiedene Frauen sich um mich sorgten, realisierte ich, wie wertvoll diese unterstützende Gemeinschaft ist. Und so wünschte ich mir, etwas Ähnliches einmal anderen Frauen bieten zu können.

Im Alter von 16 Jahren lebte das Mädchen, das in Zimbabwe in einer Hütte aufgewachsen war und von einem Haus ins nächste gezogen war, in London. Ich hatte eigentlich nie von London geträumt, meine Mutter schon. Und ihr Traum schloss mich mit ein.

Ich brauchte meine Zeit, um mich in dieser neuen Kultur und Umgebung einzuleben, aber ich konnte mich am Privileg stärken, hier eine hochwertige Ausbildung zu bekommen und Sicherheit zu geniessen.

Ich schloss mein Studium an der Universität von East London im Jahre 2015 im Alter von 21 ab. Mein weiterer Weg vorwärts, so dachte ich, sei es nun, ein Business zu haben, mein Netzwerk aufzubauen und mein Leben neu einzurichten.

Als ich 23 Jahre alt war, lancierte ich ein Online-Magazin. Jedoch kämpfte ich damit um Sichtbarkeit und Wahrnehmung. Ich kämpfte um Leserinnen und Leser. Ich kämpfte um Werbeeinnahmen. Ich kämpfte um einen nachhaltigen Geschäftsgang. Und es blieb dabei, ich kämpfte um mich und um mein Business …


MISSERFOLG IST EIN GROSSARTIGER LEHRER. JEDER MENSCH MACHT IRGENDWANN EINMAL DIE ERFAHRUNG DES SCHEITERNS. FÜR EINIGE MAG DIES EIN GRUND SEIN AUFZUGEBEN. FÜR MICH WAR ES DER ANSPORN, MEHR ZU LEISTEN.

Im 2011 erhielt mein Mann einen Job in der Schweiz. Mit dieser neuen Ausrichtung entschloss ich mich, das Magazin zu verkaufen.

Die Zeit war alles andere als grossartig für mich. Ich zog mit meiner Familie hierher. Ich kannte niemanden. Ich war einsam. Und der Verkauf des Magazins deprimierte mich.

Ja. Ich weiss, wie sie sich anfühlen, diese wirklich dunklen Momente in einem Leben. Mein Selbstwertgefühl war angeschlagen, ich betrachtete mich selber als gescheitert, ich wusste nicht, wie es weitergehen soll. Ich fühlte mich innerlich einsam und perspektivenlos. Einmal mehr hiess es für mich: wieder neu beginnen.
 
Um mich aufzurappeln und meinem Traum nochmals eine Chance zu geben, beschloss ich, Netzwerk-Events zu besuchen.

Diese Netzwerk-Anlässe inspirierten mich in der Tat. Als ich von einem dieser Netzwerk-Treffen nach Hause kam, fühlte ich meinen Traum wieder stark in mir emporkommen – eine Plattform zu schaffen, die Frauen fördert und zusammenbringt. Eine Plattform, die Frauen bereichert und inspiriert, wertvolle Verbindungen untereinander aufzubauen.

Das war der Moment, in dem das Konzept der Women’s Expo entstand.

Zurzeit haben wir 145’000 selbständig erwerbende Frauen in der Schweiz, die keine Angestellten haben. Wir haben weitere 70’000 Frauen mit Angestellten, und 50’000 Frauen, die in Familienunternehmen tätig sind. Alles zusammen macht das 264’000 unternehmerisch tätige Frauen in der Schweiz.

Ich realisierte, dass ich hier etwas von grossem Wert aufbauen konnte. Und so entschied ich mich, die Women’s Expo Switzerland ins Leben zu rufen.

Ich baute meine Webseite auf und besuchte weiterhin die Netzwerk-Anlässe, um den Frauen von der Women’s Expo Switzerland zu erzählen. Mein anfängliches Ziel war, 40 Ausstellerinnen für dieses Unterfangen zu gewinnen. Zu jener Zeit kannte ich bloss 6 Geschäftsinhaberinnen – entsprechend waren 40 Ausstellerinnen ein hoch gestecktes Ziel.

Wenn ich jeweils die Geschichte über meine Herkunft aus Zimbabwe und meinen Weg bis in die Schweiz erzählte und von meinem Traum berichtete, einen bedeutsamen und bereichernden Event für Frauen in der Schweiz aufzubauen, konnte ich mich mit wunderbaren Frauen verbinden. Mit Frauen, die von derselben Vision erfüllt waren, wie ich.

Das wiederum erregte die Aufmerksamkeit verschiedener grösserer Medien in der Schweiz. Und hier realisierte ich letztendlich, wie stark der Aspekt der Authentizität im Business ist – und genau deshalb unterstütze ich Frauen dabei, ihre eigene Geschichte als Teil ihrer Marke aufzubauen und hier zu investieren.

Die erste Durchführung der Messe verzeichnete 85 Ausstellerinnen und über 500 Besucherinnen und Besucher. Im 2016 hatten wir 187 Ausstellerinnen, 2700 Besucherinnen und Besucher, und 500 Frauen haben unsere Messeseminare besucht.

Die Women’s Expo Switzerland hat es mir ermöglicht, wieder zu träumen, und hat mir die Gelegenheit geboten, Tausende von Frauen in der ganzen Schweiz zu inspirieren.

Ein afrikanisches Sprichwort sagt: “Wenn du rasch gehen willst, geh allein. Wenn du weit gehen willst, dann geh zusammen mit anderen!” Das Herz der Women’s Expo Switzerland ist die Gemeinschaft von Frauen, die mich inspiriert. Ich glaube, gemeinsam werden wir noch weit gehen.

ICH DENKE, EIN EIGENES BUSINESS AUFZUBAUEN, IST MUTIG.
FRAUEN, DIE SICH FÜR DIESEN WEG ENTSCHEIDEN, VERDIENEN UNTERSTÜTZUNG.
Lisa Chuma.

 


 

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